Bevölkerungsbefragung bestärkt Städte in ihrer Verkehrspolitik
Mobilität ist für die Attraktivität von Städten zentral. Sie sind Knotenpunkte der menschlichen Interaktion und Innovationstreiber in Bezug auf Verkehr. Die Städte wollen ein effizientes Verkehrssystem bereitstellen und ihre Verkehrspolitik entsprechend den Bedürfnissen ihrer Bevölkerung gestalten. Die Städtekonferenz Mobilität beauftragte daher zusammen mit 17 Städten und städtische Gemeinden das Forschungsinstitut gfs.bern mit der Durchführung einer Online-Befragung zur urbanen Mobilität. Zentrale Themen der Studie sind der Besitz und die Nutzung von Verkehrsmitteln, die Zufriedenheit mit der Verkehrssituation, Fragen zur Verkehrsgestaltung, Shared Mobility und die Ausgaben für Verkehr. Insgesamt sehen sich die Städte in ihrer Verkehrspolitik bestätigt, denn die Bevölkerung ist grossmehrheitlich zufrieden.
Für den Arbeitsweg nutzen die Befragten am meisten den öffentlichen Verkehr (ÖV); in der Freizeit liegen der ÖV und der Fussverkehr etwa gleichauf. Letzterer scheint Potenzial zu haben: 67% der Befragten können sich vorstellen, zukünftig mehr zu Fuss zu gehen. Eine Hürde ist die mangelnde Sicherheit: In sämtlichen Städten erlebt die Mehrheit der Velofahrenden und Zufussgehenden immer wieder gefährliche Situationen bei Kreuzungen und Hauptverkehrsstrassen. Jede fünfte Person verzichtet auf das Velofahren, weil es ihr zu gefährlich ist.
63% der Befragten sind mit der Verkehrssituation eher bis sehr zufrieden, wobei das gute Netz und die hohe Qualität des ÖV Hauptgründe für die Zufriedenheit sind. Für Kritik hingegen sorgen am häufigsten überlastete Verkehrsinfrastrukturen und Staus. Während den Stosszeiten sind die Befragten in den meisten Städten mehrheitlich unzufrieden mit der Verkehrssituation (55% sehr/eher unzufrieden).
Tiefe Geschwindigkeiten im Stadtverkehr stossen auf grosse Zustimmung: Knapp 80% der Befragten, die an Strassen mit Tempo 30 oder an einer Begegnungszone (Tempo 20) wohnen, erachten die geltende Geschwindigkeit als gerade richtig. An Tempo-50-Strassen hingegen wünscht sich ein Drittel bis die Hälfte der Befragten eine Temporeduktion.
Für Esther Keller, Regierungsrätin von Basel-Stadt und Präsidentin der Städtekonferenz Mobilität, zeigen die Resultate, dass die Städte in Sachen Verkehrspolitik auf dem richtigen Weg sind: «Die Stadtbevölkerung wünscht sich, dass Strassenräume weiter in Lebensräume transformiert werden. Die Städte begegnen diesem Bedürfnis, indem sie mehr Grünraum, tiefere Geschwindigkeiten und bessere Bedingungen für Velo- und Fussverkehr schaffen. Die Städtekonferenz Mobilität wird sich deshalb auf nationaler Ebene verstärkt dafür einsetzen, dass die Städte in ihrem Handlungsspielraum nicht eingeschränkt werden – was aktuell beispielsweise durch die Motion Schilliger bei Tempo 30 droht.»