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Die Städte in den Medien – Kühlung im städtischen Raum

25. Juni 2026 – Angesichts der Klimaerwärmung verfolgen die Städte vielfältige Ansätze, um im städtischen Raum für kühlere und wasserdurchlässigere Flächen zu sorgen. Diese Umgestaltung basiert auf baulichen Massnahmen zur Anpassung der Böden und des urbanen Raums, die durch Anreize für private Initiativen und mitunter für ein ehrenamtliches Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner ergänzt werden.

Das Vorgehen gegen Wärmeinseln erfordert eine Neudefinition der Bodendurchlässigkeit, wie beim Konzept der «Schwammstadt», das beispielsweise in Regensdorf umgesetzt wird. Im Quartier Zwhatt wurde bei der städtebaulichen Gestaltung besonderer Wert auf das direkte Versickern des Regenwassers in den natürlichen Boden gelegt, über wasserdurchlässige Beläge anstelle des Abflusses in die Kanalisation, wodurch Überhitzung und Hochwasserrisiken begrenzt werden (Zürcher Unterländer, 08.05.2026). Andere Städte wie Interlaken planen, Parkplätze zu streichen, um beschattete Grünflächen zu schaffen (Berner Oberländer, 07.05.2026). In Biel setzt die Stadtverwaltung nun darauf, asphaltierte Flächen bzw. Parkplätze in wasserdurchlässige, mit Bäumen bepflanzte Begegnungsräume umzuwandeln – ein Ansatz, der die Entlastung der Entwässerungsnetze ermöglicht und gleichzeitig die natürliche Kühlung der Wohngebiete fördert (Bieler Tagblatt, 29.04.2026). 

Die Wirksamkeit dieses Wandels hängt nicht nur von der Stadtverwaltung ab, sondern auch vom Engagement von Privatpersonen, da ein Grossteil der städtischen Flächen privaten Eigentümern gehört. Städte wie Schaffhausen oder Lausanne haben Programme zur Begrünung der Stadt und ihrer Dächer lanciert («Natürlich Schaffhausen», «Objectif Canopée»). Im Rahmen dieser Programme werden Beratung und Fördermittel angeboten, um Anreize für Eigentümer zu schaffen, damit sie ihre Dächer begrünen oder die Bäume auf ihrem Grundstück schützen. Dies trägt einerseits zur Kühlung der Stadt bei und fördert andererseits die Biodiversität (Schaffhauser Nachrichten, 11.05.2026, 24 Heures, 15.05.2026). Der Fortbestand des städtischen Naturerbes hängt manchmal auch vom direkten Engagement der Bürgerinnen und Bürger ab, wie es zum Beispiel beim Programm «Stadtnatur Winterthur» zu beobachten ist, bei dem Freiwillige unter Anleitung von Fachleuten Blumenwiesen anlegen und Kleinstrukturen für die Biodiversität unterhalten. Dieser ehrenamtliche Einsatz ermöglicht Arbeiten zur Grünpflege, die die regulären Budgets übersteigen würden, und macht die Teilnehmenden gleichzeitig zu Multiplikatoren, die diese Praktiken des Naturschutzes in ihren eigenen Gärten und Quartieren verbreiten können (Der Landbote, 24.04.2026). 

Kommentar: Katrin Bernath, Stadträtin und Baureferentin der Stadt Schaffhausen  
Die Temperaturrekorde im Mai haben uns vor Augen geführt, was die Klimaszenarien schon lange voraussagen: Hitzetage werden häufiger und die Städte sind besonders betroffen. Versiegelte Flächen und dichte städtische Bebauungen führen zu Hitzeinseln. Die Kühlung städtischer Räume wird zu einer zentralen Aufgabe. Die Klimastrategie der Stadt Schaffhausen setzt deshalb wie viele andere Städte auf klimaangepasstes Planen und Bauen sowie das Prinzip der Schwammstadt, damit Wasser im Stadtgebiet besser gespeichert, verdunstet und zur Kühlung genutzt werden kann. 

Die dazu notwendigen Massnahmen sind weitgehend bekannt, deren Umsetzung ist jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Die Umgestaltung des städtischen Raums führt zu einer Umverteilung von Nutzungen. Besonders kontrovers ist dies, wenn es um die Umnutzung von Parkplätzen geht. Der Koordinationsbedarf zwischen verschiedenen Nutzungen und Interessen steigt - und damit auch der personelle Aufwand. 

Die Planung und Realisierung von Massnahmen zur Hitzeminderung ist mit einem erheblichen Finanzbedarf verbunden. Während der Hochwasserschutz als Verbundsaufgabe von Bund und Kanton mitfinanziert wird, sind die Kosten der Hitzeminderung von den Städten zu tragen. Angesichts der Gefährdung der Bevölkerung durch Hitzewellen stehen jedoch alle in der Verantwortung, sowohl Einzelpersonen und Unternehmen wie auch Städte, Kantone und der Bund. 

 

 

Disclaimer: Mit dem Format «Städte in den Medien» greift der Städteverband ein für die Städte relevantes Thema auf, das die Medien in den letzten Wochen vermehrt behandelten. Der Zusammenfassung liegen die Medienbeiträge in der SSV-Presseschau zugrunde. Eine Stimme aus dem Verband ordnet aus der eigenen Warte ein. Der spezifische Kommentar muss nicht der konsolidierten Verbandsposition entsprechen.

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